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| beschreibung = The fifth volume of an epic set in the aftermath of the war with the Dwemer and House Dagoth.
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| beschreibung = Der fünfte Band des Epos, welches die Vorkommnisse nach dem Krieg der Dwemer mit dem Hause Dagoth beschreibt.
 
== Fundorte ==
 
== Fundorte ==
 
* [[Alors Haus]]
 
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== Ihnalt ==
 
== Ihnalt ==
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{{Zitat|Bristin Xel
|[[File:F_letter.png|x40px|baseline|alt=F]]or two days, the House healers attended Tay in his bed, and Baynarah sat by his side, holding his hand. He was feverish, neither asleep nor awake, screaming at invisible phantoms. The healers complimented the young man's fortitude. Bodies had washed ashore on the island of Gorne several times, many during the War, but never once had they seen one that lived afterwards.
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|[[File:Z letter.png|x40px|baseline|alt=Z]]wei Tage verbrachten die Heiler des Hauses an Tays Bett, während Baynarah an seiner Seite wachte und seine Hand hielt. Er fieberte, war wie im Delirium und schrie unsichtbare Phantome an. Die Heiler priesen das Glück des jungen Mannes. Schon häufiger waren Körper an den Ufern von Gorne angeschwemmt worden, viele während des Krieges, aber sie hatten noch nie jemanden gesehen, der danach noch lebte.
 
 
   
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Tante Ulliah kam mehrmals herein, um Baynarah etwas zu Essen zu bringen: "Vergiss nicht, zu essen, meine Liebe, sonst muss er womöglich noch an deinem Krankenbett wachen, wenn er wieder gesund ist."
Aunt Ulliah came in several times to bring Baynarah food: "You must be careful, dear, or when he's all well, he'll have to attend you on your sickbed."
 
 
 
   
  +
Endlich ließ Tays Fieber nach und er konnte die Augen öffnen und die junge Frau sehen, mit der er siebzehn Jahre verbracht hatte - alle bis auf das erste seines Lebens. Sie lächelte ihn an und rief, dass jemand etwas zu essen brachte. Schweigend half sie ihm, die Mahlzeit zu sich zu nehmen.
Tay's fever broke, and at last he was able to open his eyes and see the young woman with whom he had spent seventeen years, all but the first year of his life. She smiled at him, and called for food. In silence, she helped him eat.
 
 
 
   
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"Ich wusste, dass du nicht sterben würdest, Cousin", flüsterte sie liebevoll.
"I knew you wouldn't die, cousin," she whispered fondly.
 
   
   
"I hoped to, but somehow I knew I wouldn't either," he groaned. "Baynarah, do you remember all those nightmares I told you about? They're all true."
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"Ich hatte es mir gewünscht, doch irgendwie wusste auch ich es", stöhnte er. "Baynarah, erinnerst du dich an die Albträume, von denen ich dir erzählt habe? Sie sind alle wahr."
 
 
   
  +
"Wir können darüber sprechen, wenn du dich etwas mehr erholt hast."
"We can talk about it when you've rested some more."
 
   
   
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"Nein", krächzte er. "Ich muss dir jetzt alles erzählen, damit du weißt, was für ein Monster du deinen lieben Cousin Tay nennst. Hättest du all das vorher erfahren können, wärst du vermutlich nicht so darauf bedacht, mich wieder gesund zu sehen."
"No," he croaked. "I must tell you everything now, so you'll know what kind of a monster you call your dear cousin Tay. If there was some way you could have known before, you might not have been so eager to see me well again."
 
 
 
   
  +
Eine Träne kullerte Baynarahs Wange hinunter. Sie hatte sich zu einer Schönheit entwickelt, allein in den wenigen Monaten, die er in Gramfeste gewesen war. "Wie kommst du nur darauf, dass ich aufhören würde, dich zu lieben, was immer du auch getan hast?"
A tear rolled Baynarah's cheek. She had grown into a beauty, even in the few months he had been away in Mournhold. "How can you think I would stop loving you, no matter what you've done?"
 
 
 
   
"I saw my old nursemaid Edebah, and spoke to her."
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"Ich habe mein altes Kindermädchen Edebah gesehen und mit ihr gesprochen."
   
   
"Oh," Baynarah had feared this moment. "Tay, I don't know what she told you, but it was all my fault. You remember when Kena Grafisi taught us about the House Dagoth, and its corruption. That night, I saw your nursemaid making some kind of altar out on the north lawn, using the symbol of the Sixth House. She must have been doing it for years, but I never knew what it meant. I told Uncle Triffith, and he sent her away. I've wanted to tell you so many times now, but I was afraid to. She was so devoted to you."
+
"Oh." Baynarah hatte sich vor diesem Moment gefürchtet. "Tay, ich weiß nicht, was sie dir gesagt hat, aber es war alles mein Fehler. Du erinnerst dich doch daran, wie Kena Grafisi uns von dem Haus Dagoth und der Verderbtheit erzählt hat, die ihm innewohnt. In jener Nacht sah ich, wie dein Kindermädchen auf der nördlichen Wiese eine Art Altar errichtet und dabei das Symbol des Sechsten Hauses verwendet hat. Sie muss das bereits seit Jahren getan haben, aber ich habe nie gewusst, was es bedeutete. Ich habe es Onkel Triffith erzählt, und er hat sie fortgeschickt. Ich habe es dir schon so oft erzählen wollen, aber ich hatte Angst. Sie war dir so ergeben."
 
 
   
  +
Tay lächelte. "Und hat es dir nicht noch mehr Angst gemacht, dass es eine Verbindung zwischen ihrer Hingabe für mich und dem verfluchten Haus geben könnte? Ich kenne dich, Baynarah. Du gehörst nicht zu den Frauen, die ihren Verstand nicht gebrauchen."
Tay smiled. "And didn't it frighten you even more to wonder if there was any connection between her devotion to me, and her devotion to the accursed House? I know you, Baynarah. You're not one of those women who doesn't choose to use her mind."
 
 
 
   
  +
"Tay, ich weiß nicht, was sie dir gesagt hat, aber ich glaube, dass sie sehr verwirrt war, und dass alles, was sie über dich und das Sechste Haus dachte, falsch war. Das darfst du nicht vergessen. Das Gefasel einer Verrückten beweist gar nichts."
"Tay, I don't know what she told you, but I think she was very troubled, and whatever she thought about you and the Sixth House was wrong. You have to remember that. The ramblings of one madwoman are proof of nothing."
 
 
 
   
  +
"Das ist noch nicht alles", seufzte Tay und hob seine Hand. Einen Moment lang blinzelte er ungläubig, dann wandte er sich ärgerlich zu Baynarah. "Was ist mit meinem Ring passiert? Wenn du ihn gesehen hast, musst du längst gewusst haben, dass alles, was ich sage, wahr ist."
"There's more," Tay sighed, and held up his hand. For a moment he blinked, and then turned to Baynarah angrily. "What happened to my ring? If you saw it, you must have known already that everything I'm saying to you is true."
 
 
 
   
"I threw the filthy thing away," Baynarah stood up. "Tay, I'm going to let you rest now."
+
"Ich habe das widerliche Ding weggeworfen." Baynarah erhob sich. "Tay, du musst dich jetzt etwas ausruhen."
 
 
   
"I am the heir of House Dagoth," Tay was wild-eyed, almost screaming. "Raised after the War as House Indoril, but driven by the Song of my ancestors. When we were young, I killed Vaster because the Song told me he had stolen my inheritance. When Edebah told me who I was and gave me this ring, I killed her and burned her house to the ground, because the Song told me she had served her purpose. When I returned to Kalkorith's house, my love was there, telling me that she was of the House Dagoth too, and my sister. I fled, and when Kalkorith tried to stop me, I slew him, because the Song told me he was an enemy."
+
"Ich bin der Erbe des Hauses Dagoth." Tay war außer sich, er schrie beinahe. "Nach dem Krieg als Mitglied des Hauses Indoril aufgezogen, doch angetrieben vom Lied meiner Vorfahren. Als wir jung waren, habe ich Vaster getötet, weil das Lied mir verraten hat, dass er mein Erbe gestohlen hätte. Als Edebah mir sagte, wer ich bin, und mir diesen Ring gab, tötete ich sie und brannte ihr Haus nieder, weil das Lied mir sagte, dass sie ihren Zweck erfüllt hätte. Als ich zu Kalkoriths Haus zurückkehrte, erwartete mich meine Geliebte dort und offenbarte mir, dass auch sie aus dem Hause Dagoth stamme und meine Schwester sei. Ich floh und als Kalkorith mich aufhalten wollte, tötete ich auch ihn, da mir das Lied sagte, dass er ein Feind sei."
 
 
   
  +
"Hör auf damit, Tay", schluchzte Baynarah. "Ich glaube dir kein Wort. Du redest im Fieberwahn ..."
"Tay, stop," Baynarah sobbed. "I don't believe a word of it. You've been feverish..."
 
 
 
   
"Not Tay," he shook his head, breathing heavily. "The name my parents gave me was Dagoth-Tython."
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"Nicht Tay." Er schüttelte schwer atmend den Kopf. "Der Name, den meine Eltern mir gaben, ist Dagoth-Tython."
 
 
   
"You can't have killed Edebah, you loved her. And Vaster and Kalkorith? They were our cousins!"
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"Du kannst Edebah unmöglich getötet haben, du hast sie doch geliebt. Und Vaster und Kalkorith? Sie waren deine Cousins!"
 
 
   
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"Sie waren nicht meine wahren Cousins", sagte Tay kühl. "Das Lied sagte mir, dass sie meine Feinde seien. Genau wie es mir jetzt sagt, dass du meine Feindin wärst, doch ich werde nicht darauf hören. Ich werde solange nicht darauf hören, wie ich kann ..."
"They were not my true cousins," Tay said coldly. "The Song told me they were my foes. Just as it's telling me now that you're my foe, but I won't listen. And I'll keep from listening... as long as I can."
 
 
 
   
Baynarah fled from the room, slamming the door behind her. She took a key from the her startled maid Hillima, and secured the lock.
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Baynarah floh aus dem Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu, dann nahm sie ihrer verschreckten Magd Hillima den Schlüssel ab und verschloss sie.
 
 
   
"Serjo Indoril-Baynarah," Hillima whispered, with great sympathy. "Is all well with your cousin, Serjo Indoril-Tay?"
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"Serjo Indoril-Baynarah", flüsterte Hillima voll Mitgefühl. "Ist mit Eurem Cousin Serjo Indoril-Tay alles in Ordnung?"
 
 
   
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"Es wird ihm besser gehen, wenn er sich etwas ausgeruht hat." Baynarah sammelte sich und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Er darf unter keinen Umständen gestört werden. Ich werde den Schlüssel mitnehmen. Und jetzt habe ich viel zu tun. Ich nehme nicht an, dass schon jemand den Fischern gesagt hat, dass die Vorräte des Sandil-Hauses wiederaufgefüllt werden müssen."
"He'll be perfectly fine once he rests," Baynarah recovered her dignity, wiping the tears from her face. "No one is to disturb him under any circumstances. I'll take the key with me. Now I have much work to do. I don't suppose anyone's spoken to the fishermen about restocking Sandil House's supplies?"
 
 
 
   
"I don't know, serjo," said the maid. "I don't think so."
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"Nicht, dass ich wüsste, Serjo", erwiderte die Magd. "Ich glaube nicht."
   
   
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Baynarah ging zum Hafen hinab und beruhigte ihr Herz auf die einzige Weise, die sie kannte: Sie konzentrierte sich auf die kleinen Dinge. Sie konnte Tays Worte zwar nicht vergessen, doch es tröstete sie eine Weile, mit den Fischern über ihren Fang zu sprechen und ihnen bei ihrer Entscheidung zu helfen, wie viele davon geräuchert, wie viele in den Ort und wie viele frisch in die Speisekammer des Hauses gebracht werden sollten.
Baynarah marched down to the docks, and relieved her troubled heart the only way she knew how, by concentrating on small things. Tay's words never left her, but she found temporary comfort talking to the fishermen about their haul, helping determine how much should be smoked, how much should be sent to the village, how much should be delivered fresh to the House larder.
 
 
 
   
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Ihre Tante Ulliah beteiligte sich an dem Gespräch, ohne Baynarahs gut überspielten Schmerz zu bemerken. Zusammen besprachen sie, wie viele Vorräte Onkel Triffith und seine Kommandanten während ihrer Wochen auf der Insel verzehrt hatten, wann man mit ihrer Rückkehr rechnen und wie man sich am besten darauf vorbereitete könnte. Der Ruf eines Fischers auf dem Kai unterbrach sie.
Her aunt Ulliah joined the discussion, oblivious to Baynarah's well-disguised agony. Together, they discussed how many provisions Uncle Triffith and his commanders had devoured during their weeks on the island, when they would be expected to return, and how best to prepare. One of the fishermen on the docks called out, interrupting.
 
 
 
   
"A boat is coming!"
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"Schiff in Sicht!"
   
   
Ulliah and Baynarah greeted the visitor as she arrived. It was a young woman dressed in the robes of a Temple priestess. As she docked her small boat, Baynarah marveled at how beautiful she was, and strangely familiar.
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Ulliah und Baynarah begrüßten den Besucher, bei dem es sich um eine junge Frau handelte, die in das Gewand einer Tempelpriesterin gehüllt war. Während die Frau ihr kleines Boot vertäute, wunderte Baynarah sich darüber, wie schön sie war - und dass sie ihr merkwürdig vertraut vorkam.
 
 
   
"Welcome to Gorne," said Baynarah. "I am Indoril-Baynarah and this is my aunt Indoril-Ulliah. Have we met before?"
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"Willkommen auf Gorne", begrüßte Baynarah die Fremde. "Ich bin Indoril-Baynarah und das ist meine Tante Indoril-Ulliah. Sind wir uns schon einmal begegnet?"
 
 
   
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"Nicht, dass ich wüsste, Serjo", sagte die Frau mit einer Verbeugung. "Der Tempel schickt mich, um zu erfahren, ob Ihr etwas von Eurem Cousin Indoril-Tay gehört habt. Er hat schon seit einigen Tagen seine Lektionen verpasst und die Priester machen sich Sorgen."
"I don't believe so, serjo," the woman bowed. "I was sent by the Temple to inquire whether word had come from your cousin, Indoril-Tay. He has been missing from his classes for some days now, and the priests have become concerned."
 
 
 
   
"Oh, we should have sent word," Ulliah fretted. "He came here a few days ago, half-drowned. He's better now. Let us escort you up to the house."
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"Oh, wir hätten Euch Bescheid geben sollen", gab Ulliah bedauernd zurück. "Er kam hier vor einigen Tagen halb ertrunken an. Inzwischen geht es ihm aber besser. Wir werden Euch zum Haus geleiten."
 
 
   
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"Tay ruht sich gerade aus und ich habe darum gebeten, dass er nicht gestört wird", stammelte Baynarah. "Ehrlich gesagt, ich weiß, ich bin furchtbar unhöflich, aber ich muss kurz mit meiner Tante sprechen. Dürfte ich Euch darum bitten, beim Haus auf uns zu warten? Folgt nur dem Pfad den Hügel empor und über den Rasen."
"Tay's resting now, and I asked that he not be disturbed," Baynarah stammered. "Actually, I know it's dreadful manners, but I need to talk to my aunt for a moment. Would it be too terrible if I asked you to wait for us at the house? You have only to follow the path up the hill and across the lawn."
 
 
 
   
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Einmal mehr verneigte die Priesterin sich demütig und machte sich auf den Weg. Ulliah war jedoch außer sich vor Empörung.
The priestess bowed again humbly, and began the walk. Ulliah was scandalized.
 
   
   
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"Du solltest es eigentlich besser wissen, eine Repräsentantin des Tempels so zu behandeln", schnappte sie. "Du kannst von der Pflege deines Cousins kaum so erschöpft sein, dass du jeden Sinn für Höflichkeit verloren hast."
"You know better than to treat a representative of the Temple that way," she snapped. "You can't be so exhausted from tending your cousin to have lost all sense of civility."
 
 
 
   
"Aunt Ulliah," Baynarah whispered, drawing the woman away from the ears of the fishermen. "Is Tay truly my cousin? He believes himself to be ... of the House Dagoth."
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"Tante Ulliah", flüsterte Baynarah und nahm die Frau beiseite, sodass die neugierigen Ohren der Fischer sie nicht hören konnten. "Ist Tay wirklich mein Cousin? Er glaubt, er gehöre ... zum Hause Dagoth."
 
 
   
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Ulliah zögerte einen Moment, bevor sie antwortete. "Das stimmt. Du warst während des Krieges noch ein Baby, daher kannst du nicht wissen, wie es damals war. Es gab kein Gebiet Morrowinds, das nicht vom Krieg heimgesucht worden war. Sogar hier auf unserer Insel gab es eine Schlacht. Erinnerst du dich noch an den verbrannten Haufen Unrat, den du, Tay und der arme kleine Vaster vor so vielen Jahren entdeckt haben? Das waren die Überreste. Nach dem Krieg, als das verfluchte Haus endlich besiegt war, fanden wir die kleinen Unschuldigen, die Waisen, deren einziges Verbrechen es gewesen war, von niederträchtigen Eltern abzustammen. Ich gebe zu, dass es einige Stimmen in unseren Reihen, den vereinigten Streitkräften der Häuser, gab, die sie liebend gerne allesamt erschlagen hätten, um das Vermächtnis der Dagoth ein für alle Mal auszulöschen. Zum Schluss siegte das Mitleid und die Kinder des Sechsten Hauses wurden von den anderen fünf aufgenommen. Und so glaubten wir, dass wir den Krieg und den Frieden gewonnen hätten."
Ulliah took a moment to respond. "It's true. You were just a baby yourself during the War, so you couldn't know what it was like. There was not a part of Morrowind that wasn't ravaged. There was even a battle here on the island. Do you remember that burned pile of wreckage you and Tay and poor little Vaster discovered so many years ago? That was the remains. And after the War, when that accursed House was finally defeated, we saw the little innocents, the orphans whose only crime had been born to wicked parents. I admit there were some in our armies, the combined forces of the Houses, who would have had them all slaughtered to annihilate the legacy of Dagoth. In the end, compassion prevailed, and the children of the Sixth House were adopted into the other five. And so we thought that we had won the war and the peace."
 
 
 
   
"By the Mother, Lord, and Wizard, if all that Tay believes is true, then there is no peace," Baynarah trembled. "He claims that the Song of his ancestors called to him, and forced him to slay three people, two of them our Housemen. Cousin Kalkorith and ... when he was a little boy ... Vaster."
+
"Bei der Mutter, dem Fürsten und dem Zauberer, wenn all das wahr ist, was Tay behauptet, dann kann es keinen Frieden geben", zitterte Baynarah. "Er behauptet, dass er das Lied seiner Ahnen vernommen hätte und dass es ihn dazu gezwungen hätte, drei Menschen zu töten, zwei davon Mitglieder unseres Hauses. Cousin Kalkorith und ... als Tay noch ein kleiner Junge war ... Vaster."
 
 
   
  +
Ulliah schlug ihre Hände vor ihrem tränennassen Gesicht zusammen, nicht in der Lage, irgendetwas zu erwidern.
Ulliah held her hands over her tearful face and could not speak.
 
   
   
  +
"Und das ist erst der Anfang", sagte Baynarah. "Das Lied spricht immer noch zu ihm. Er sagte, es gäbe andere, die es wüssten, und die ihm helfen würden, das Sechste Haus wieder neu zu errichten. Seine Schwester ..."
"And it is only beginning," said Baynara. "The Song still calls to him. He said there were others who knew, who would help him raise up the Sixth House. His sister..."
 
 
 
   
  +
"Das muss alles ein böser Traum sein", murmelte Ulliah. Sie bemerkte, dass Baynarahs Blick nun auf den Pfad gerichtet war, der vom Hafen zum Haus führte. "Nichte, woran denkst du?"
"It must be an evil fantasy," Ulliah murmured. She noticed that Baynarah's gaze was now upon the path leading from the docks towards the house. "Niece, what are you thinking?"
 
 
 
   
"Did that priestess give us her name?"
+
"Hat die Priesterin uns ihren Namen genannt?"
   
   
  +
Die beiden Frauen rannten, so schnell sie konnten, den Pfad hinauf und riefen nach den Wachen. Die Fischer, die die Herrinnen des Hauses noch nie so aufgeregt gesehen hatten, blickten einander kurz an und folgten ihnen dann auf dem Fuße mit gezückten Haken und Klingen.
The two women ran up the path, calling for guards. The fishermen, who had never seen the mistresses of the house so undone, looked briefly at one another and then followed quickly behind, pulling out their hooks and blades.
 
 
 
   
  +
Die Eingangstür des Sandil-Hauses stand weit offen. Die ersten Toten lagen schon kurz dahinter. Das Haus war in ein Schlachthaus verwandelt worden, angestrichen mit frischem Blut. Da war Aner, Onkel Triffiths Kammerdiener, den Bauch aufgeschlitzt noch immer am Tisch des Foyers sitzend, wo er sein nachmittägliches Glas Flin genossen hatte. Leryne, eines der Zimmermädchen, war enthauptet worden, als sie gerade ein paar ehemals saubere Betttücher nach oben bringen wollte. Die Leichen von Wachen und Dienern lagen wie vom Wind verwehte Blätter in der Halle verstreut. Am oberen Treppenende musste Baynarah ein Schluchzen unterdrücken, als sie Hillima erblickte. Sie lag am Boden wie eine zerbrochene Puppe, getötet bei dem Versuch, nach draußen auf das schmale Fenstersims zu klettern.
The front gate to Sandil House stood wide open, the first of the corpses lying close within. It was now an abattoir, painted fresh with blood. There was Aner, uncle Triffith's valet, gutted but still seated at the foyer table where he had been enjoying his afternoon glass of flin. Leryne, one of the chambermaids, had been decapitated while carrying some once-clean linens up the stairs. The bodies of guards and servants sprawled about the hall like blown leaves. At the top of the stairs, Baynarah had to hold back a sob when she saw Hillima. She lay like a broken doll, slain as she tried to pull herself out onto the narrow window ledge.
 
 
 
   
  +
Niemand sprach ein Wort, weder Baynarah noch Tante Ulliah oder die Fischer, als sie langsam durch das blutbesudelte Haus schritten. Sie kamen an Tays Krankenzimmer vorbei: Die Tür war aufgebrochen, der Raum war leer. Als sie am anderen Ende des Ganges Schritte in Baynarahs Zimmer hörten, näherten sie sich langsam und vorsichtig - und voller Furcht.
No one spoke, not Baynarah, nor Aunt Ulliah, nor the fishermen, as they walked slowly through the blood-drenched house. They passed Tay's sick-room, its door broken open, and no one within. When they heard the sound of footsteps in Baynarah's room down the hall, they approached slowly, cautiously, with great dread.
 
 
 
   
  +
Die Priesterin vom Hafen stand neben dem Bett. In der Hand hatte sie den Silberring, den Baynarah von Tays Finger abgezogen hatte. In ihrer anderen Hand hielt sie eine lange, gekrümmte Klinge, die wie ihr Priestergewand mit Blut verschmiert war. Sie lächelte freundlich und verbeugte sich, als sie bemerkte, dass sie nicht mehr allein war.
The priestess from the docks was standing by the bed. In her hand was the silver ring Baynarah had taken from Tay's finger. In her other hand was a long, curved blade, splashed like her once pristine gown, with gore. She smiled prettily and bowed when she saw she was no longer alone.
 
 
 
   
  +
"Acra, ich hätte Euch nach Tays Beschreibungen aus seinen Briefen erkennen müssen", sagte Baynarah mit ihrer festesten Stimme. "Wo ist mein Cousin?"
"Acra, I should have recognized you by Tay's description in his letters," Baynarah said in her steadiest voice. "Where is my cousin?"
 
 
 
   
  +
"Ich bevorzuge es, mich Dagoth-Acra zu nennen", antwortete sie. "Euer falscher Cousin, mein wahrer Bruder, ist bereits unterwegs, um sein Schicksal zu erfüllen. Ich bedauere, dass Ihr nicht hier wart, damit er sich dauerhafter von Euch hätte verabschieden können."
"I prefer to call myself Dagoth-Acra," she replied. "Your false cousin, my true brother, has already gone to fulfill his destiny. I'm sorry you were not here so he could give you a more permanent farewell."
 
 
 
   
  +
Baynarahs Gesicht verzerrte sich vor Zorn. Sie winkte die Fischer herbei, die mit ihren Waffen näherkamen. "Reißt sie in Stücke!"
Baynarah's face twisted in fury. She motioned for the fishermen, who advanced with their weaponry. "Tear her apart."
 
 
 
   
  +
"Das Sechste Haus wird sich wieder erheben und Dagoth-Tython wird uns anführen!", rief Acra mit einem triumphierenden Lachen. Ihre Worte waren noch nicht verhallt, als sie das Zeichen der Rückkehr wirkte und sich wie ein Gespenst in Luft auflöste.
"The Sixth House will rise again, and Dagoth-Tython will lead us!" Acra laughed. Her words were still echoing as she gave the sign of Recall and vanished like a ghost.
 
 
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Aktuelle Version vom 7. Mai 2018, 17:22 Uhr


Beschreibung : Der fünfte Band des Epos, welches die Vorkommnisse nach dem Krieg der Dwemer mit dem Hause Dagoth beschreibt.

Fundorte




Ihnalt[]

Zwei Tage verbrachten die Heiler des Hauses an Tays Bett, während Baynarah an seiner Seite wachte und seine Hand hielt. Er fieberte, war wie im Delirium und schrie unsichtbare Phantome an. Die Heiler priesen das Glück des jungen Mannes. Schon häufiger waren Körper an den Ufern von Gorne angeschwemmt worden, viele während des Krieges, aber sie hatten noch nie jemanden gesehen, der danach noch lebte.


Tante Ulliah kam mehrmals herein, um Baynarah etwas zu Essen zu bringen: "Vergiss nicht, zu essen, meine Liebe, sonst muss er womöglich noch an deinem Krankenbett wachen, wenn er wieder gesund ist."


Endlich ließ Tays Fieber nach und er konnte die Augen öffnen und die junge Frau sehen, mit der er siebzehn Jahre verbracht hatte - alle bis auf das erste seines Lebens. Sie lächelte ihn an und rief, dass jemand etwas zu essen brachte. Schweigend half sie ihm, die Mahlzeit zu sich zu nehmen.


"Ich wusste, dass du nicht sterben würdest, Cousin", flüsterte sie liebevoll.


"Ich hatte es mir gewünscht, doch irgendwie wusste auch ich es", stöhnte er. "Baynarah, erinnerst du dich an die Albträume, von denen ich dir erzählt habe? Sie sind alle wahr."


"Wir können darüber sprechen, wenn du dich etwas mehr erholt hast."


"Nein", krächzte er. "Ich muss dir jetzt alles erzählen, damit du weißt, was für ein Monster du deinen lieben Cousin Tay nennst. Hättest du all das vorher erfahren können, wärst du vermutlich nicht so darauf bedacht, mich wieder gesund zu sehen."


Eine Träne kullerte Baynarahs Wange hinunter. Sie hatte sich zu einer Schönheit entwickelt, allein in den wenigen Monaten, die er in Gramfeste gewesen war. "Wie kommst du nur darauf, dass ich aufhören würde, dich zu lieben, was immer du auch getan hast?"


"Ich habe mein altes Kindermädchen Edebah gesehen und mit ihr gesprochen."


"Oh." Baynarah hatte sich vor diesem Moment gefürchtet. "Tay, ich weiß nicht, was sie dir gesagt hat, aber es war alles mein Fehler. Du erinnerst dich doch daran, wie Kena Grafisi uns von dem Haus Dagoth und der Verderbtheit erzählt hat, die ihm innewohnt. In jener Nacht sah ich, wie dein Kindermädchen auf der nördlichen Wiese eine Art Altar errichtet und dabei das Symbol des Sechsten Hauses verwendet hat. Sie muss das bereits seit Jahren getan haben, aber ich habe nie gewusst, was es bedeutete. Ich habe es Onkel Triffith erzählt, und er hat sie fortgeschickt. Ich habe es dir schon so oft erzählen wollen, aber ich hatte Angst. Sie war dir so ergeben."


Tay lächelte. "Und hat es dir nicht noch mehr Angst gemacht, dass es eine Verbindung zwischen ihrer Hingabe für mich und dem verfluchten Haus geben könnte? Ich kenne dich, Baynarah. Du gehörst nicht zu den Frauen, die ihren Verstand nicht gebrauchen."


"Tay, ich weiß nicht, was sie dir gesagt hat, aber ich glaube, dass sie sehr verwirrt war, und dass alles, was sie über dich und das Sechste Haus dachte, falsch war. Das darfst du nicht vergessen. Das Gefasel einer Verrückten beweist gar nichts."


"Das ist noch nicht alles", seufzte Tay und hob seine Hand. Einen Moment lang blinzelte er ungläubig, dann wandte er sich ärgerlich zu Baynarah. "Was ist mit meinem Ring passiert? Wenn du ihn gesehen hast, musst du längst gewusst haben, dass alles, was ich sage, wahr ist."


"Ich habe das widerliche Ding weggeworfen." Baynarah erhob sich. "Tay, du musst dich jetzt etwas ausruhen."


"Ich bin der Erbe des Hauses Dagoth." Tay war außer sich, er schrie beinahe. "Nach dem Krieg als Mitglied des Hauses Indoril aufgezogen, doch angetrieben vom Lied meiner Vorfahren. Als wir jung waren, habe ich Vaster getötet, weil das Lied mir verraten hat, dass er mein Erbe gestohlen hätte. Als Edebah mir sagte, wer ich bin, und mir diesen Ring gab, tötete ich sie und brannte ihr Haus nieder, weil das Lied mir sagte, dass sie ihren Zweck erfüllt hätte. Als ich zu Kalkoriths Haus zurückkehrte, erwartete mich meine Geliebte dort und offenbarte mir, dass auch sie aus dem Hause Dagoth stamme und meine Schwester sei. Ich floh und als Kalkorith mich aufhalten wollte, tötete ich auch ihn, da mir das Lied sagte, dass er ein Feind sei."


"Hör auf damit, Tay", schluchzte Baynarah. "Ich glaube dir kein Wort. Du redest im Fieberwahn ..."


"Nicht Tay." Er schüttelte schwer atmend den Kopf. "Der Name, den meine Eltern mir gaben, ist Dagoth-Tython."


"Du kannst Edebah unmöglich getötet haben, du hast sie doch geliebt. Und Vaster und Kalkorith? Sie waren deine Cousins!"


"Sie waren nicht meine wahren Cousins", sagte Tay kühl. "Das Lied sagte mir, dass sie meine Feinde seien. Genau wie es mir jetzt sagt, dass du meine Feindin wärst, doch ich werde nicht darauf hören. Ich werde solange nicht darauf hören, wie ich kann ..."


Baynarah floh aus dem Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu, dann nahm sie ihrer verschreckten Magd Hillima den Schlüssel ab und verschloss sie.


"Serjo Indoril-Baynarah", flüsterte Hillima voll Mitgefühl. "Ist mit Eurem Cousin Serjo Indoril-Tay alles in Ordnung?"


"Es wird ihm besser gehen, wenn er sich etwas ausgeruht hat." Baynarah sammelte sich und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Er darf unter keinen Umständen gestört werden. Ich werde den Schlüssel mitnehmen. Und jetzt habe ich viel zu tun. Ich nehme nicht an, dass schon jemand den Fischern gesagt hat, dass die Vorräte des Sandil-Hauses wiederaufgefüllt werden müssen."


"Nicht, dass ich wüsste, Serjo", erwiderte die Magd. "Ich glaube nicht."


Baynarah ging zum Hafen hinab und beruhigte ihr Herz auf die einzige Weise, die sie kannte: Sie konzentrierte sich auf die kleinen Dinge. Sie konnte Tays Worte zwar nicht vergessen, doch es tröstete sie eine Weile, mit den Fischern über ihren Fang zu sprechen und ihnen bei ihrer Entscheidung zu helfen, wie viele davon geräuchert, wie viele in den Ort und wie viele frisch in die Speisekammer des Hauses gebracht werden sollten.


Ihre Tante Ulliah beteiligte sich an dem Gespräch, ohne Baynarahs gut überspielten Schmerz zu bemerken. Zusammen besprachen sie, wie viele Vorräte Onkel Triffith und seine Kommandanten während ihrer Wochen auf der Insel verzehrt hatten, wann man mit ihrer Rückkehr rechnen und wie man sich am besten darauf vorbereitete könnte. Der Ruf eines Fischers auf dem Kai unterbrach sie.


"Schiff in Sicht!"


Ulliah und Baynarah begrüßten den Besucher, bei dem es sich um eine junge Frau handelte, die in das Gewand einer Tempelpriesterin gehüllt war. Während die Frau ihr kleines Boot vertäute, wunderte Baynarah sich darüber, wie schön sie war - und dass sie ihr merkwürdig vertraut vorkam.


"Willkommen auf Gorne", begrüßte Baynarah die Fremde. "Ich bin Indoril-Baynarah und das ist meine Tante Indoril-Ulliah. Sind wir uns schon einmal begegnet?"


"Nicht, dass ich wüsste, Serjo", sagte die Frau mit einer Verbeugung. "Der Tempel schickt mich, um zu erfahren, ob Ihr etwas von Eurem Cousin Indoril-Tay gehört habt. Er hat schon seit einigen Tagen seine Lektionen verpasst und die Priester machen sich Sorgen."


"Oh, wir hätten Euch Bescheid geben sollen", gab Ulliah bedauernd zurück. "Er kam hier vor einigen Tagen halb ertrunken an. Inzwischen geht es ihm aber besser. Wir werden Euch zum Haus geleiten."


"Tay ruht sich gerade aus und ich habe darum gebeten, dass er nicht gestört wird", stammelte Baynarah. "Ehrlich gesagt, ich weiß, ich bin furchtbar unhöflich, aber ich muss kurz mit meiner Tante sprechen. Dürfte ich Euch darum bitten, beim Haus auf uns zu warten? Folgt nur dem Pfad den Hügel empor und über den Rasen."


Einmal mehr verneigte die Priesterin sich demütig und machte sich auf den Weg. Ulliah war jedoch außer sich vor Empörung.


"Du solltest es eigentlich besser wissen, eine Repräsentantin des Tempels so zu behandeln", schnappte sie. "Du kannst von der Pflege deines Cousins kaum so erschöpft sein, dass du jeden Sinn für Höflichkeit verloren hast."


"Tante Ulliah", flüsterte Baynarah und nahm die Frau beiseite, sodass die neugierigen Ohren der Fischer sie nicht hören konnten. "Ist Tay wirklich mein Cousin? Er glaubt, er gehöre ... zum Hause Dagoth."


Ulliah zögerte einen Moment, bevor sie antwortete. "Das stimmt. Du warst während des Krieges noch ein Baby, daher kannst du nicht wissen, wie es damals war. Es gab kein Gebiet Morrowinds, das nicht vom Krieg heimgesucht worden war. Sogar hier auf unserer Insel gab es eine Schlacht. Erinnerst du dich noch an den verbrannten Haufen Unrat, den du, Tay und der arme kleine Vaster vor so vielen Jahren entdeckt haben? Das waren die Überreste. Nach dem Krieg, als das verfluchte Haus endlich besiegt war, fanden wir die kleinen Unschuldigen, die Waisen, deren einziges Verbrechen es gewesen war, von niederträchtigen Eltern abzustammen. Ich gebe zu, dass es einige Stimmen in unseren Reihen, den vereinigten Streitkräften der Häuser, gab, die sie liebend gerne allesamt erschlagen hätten, um das Vermächtnis der Dagoth ein für alle Mal auszulöschen. Zum Schluss siegte das Mitleid und die Kinder des Sechsten Hauses wurden von den anderen fünf aufgenommen. Und so glaubten wir, dass wir den Krieg und den Frieden gewonnen hätten."


"Bei der Mutter, dem Fürsten und dem Zauberer, wenn all das wahr ist, was Tay behauptet, dann kann es keinen Frieden geben", zitterte Baynarah. "Er behauptet, dass er das Lied seiner Ahnen vernommen hätte und dass es ihn dazu gezwungen hätte, drei Menschen zu töten, zwei davon Mitglieder unseres Hauses. Cousin Kalkorith und ... als Tay noch ein kleiner Junge war ... Vaster."


Ulliah schlug ihre Hände vor ihrem tränennassen Gesicht zusammen, nicht in der Lage, irgendetwas zu erwidern.


"Und das ist erst der Anfang", sagte Baynarah. "Das Lied spricht immer noch zu ihm. Er sagte, es gäbe andere, die es wüssten, und die ihm helfen würden, das Sechste Haus wieder neu zu errichten. Seine Schwester ..."


"Das muss alles ein böser Traum sein", murmelte Ulliah. Sie bemerkte, dass Baynarahs Blick nun auf den Pfad gerichtet war, der vom Hafen zum Haus führte. "Nichte, woran denkst du?"


"Hat die Priesterin uns ihren Namen genannt?"


Die beiden Frauen rannten, so schnell sie konnten, den Pfad hinauf und riefen nach den Wachen. Die Fischer, die die Herrinnen des Hauses noch nie so aufgeregt gesehen hatten, blickten einander kurz an und folgten ihnen dann auf dem Fuße mit gezückten Haken und Klingen.


Die Eingangstür des Sandil-Hauses stand weit offen. Die ersten Toten lagen schon kurz dahinter. Das Haus war in ein Schlachthaus verwandelt worden, angestrichen mit frischem Blut. Da war Aner, Onkel Triffiths Kammerdiener, den Bauch aufgeschlitzt noch immer am Tisch des Foyers sitzend, wo er sein nachmittägliches Glas Flin genossen hatte. Leryne, eines der Zimmermädchen, war enthauptet worden, als sie gerade ein paar ehemals saubere Betttücher nach oben bringen wollte. Die Leichen von Wachen und Dienern lagen wie vom Wind verwehte Blätter in der Halle verstreut. Am oberen Treppenende musste Baynarah ein Schluchzen unterdrücken, als sie Hillima erblickte. Sie lag am Boden wie eine zerbrochene Puppe, getötet bei dem Versuch, nach draußen auf das schmale Fenstersims zu klettern.


Niemand sprach ein Wort, weder Baynarah noch Tante Ulliah oder die Fischer, als sie langsam durch das blutbesudelte Haus schritten. Sie kamen an Tays Krankenzimmer vorbei: Die Tür war aufgebrochen, der Raum war leer. Als sie am anderen Ende des Ganges Schritte in Baynarahs Zimmer hörten, näherten sie sich langsam und vorsichtig - und voller Furcht.


Die Priesterin vom Hafen stand neben dem Bett. In der Hand hatte sie den Silberring, den Baynarah von Tays Finger abgezogen hatte. In ihrer anderen Hand hielt sie eine lange, gekrümmte Klinge, die wie ihr Priestergewand mit Blut verschmiert war. Sie lächelte freundlich und verbeugte sich, als sie bemerkte, dass sie nicht mehr allein war.


"Acra, ich hätte Euch nach Tays Beschreibungen aus seinen Briefen erkennen müssen", sagte Baynarah mit ihrer festesten Stimme. "Wo ist mein Cousin?"


"Ich bevorzuge es, mich Dagoth-Acra zu nennen", antwortete sie. "Euer falscher Cousin, mein wahrer Bruder, ist bereits unterwegs, um sein Schicksal zu erfüllen. Ich bedauere, dass Ihr nicht hier wart, damit er sich dauerhafter von Euch hätte verabschieden können."


Baynarahs Gesicht verzerrte sich vor Zorn. Sie winkte die Fischer herbei, die mit ihren Waffen näherkamen. "Reißt sie in Stücke!"


"Das Sechste Haus wird sich wieder erheben und Dagoth-Tython wird uns anführen!", rief Acra mit einem triumphierenden Lachen. Ihre Worte waren noch nicht verhallt, als sie das Zeichen der Rückkehr wirkte und sich wie ein Gespenst in Luft auflöste.

— Bristin Xel