Der argonische Bericht, Band III: Unterschied zwischen den Versionen

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|[[File:D_letter.png|x40px|baseline|alt=D]]ecumus Scotti was supposed to be in Gideon, a thoroughly Imperialized city in southern Black Marsh, arranging business dealings to improve commerce in the province on behalf of Lord Vanech's Building Commission and its clients. Instead, he was in a half-submerged, rotten little village called Hixinoag, where he knew no one. Except for a drug smuggler named Chaero Gemullus.
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|[[File:D letter.png|x40px|baseline|alt=D]]ecumus Scotti sollte eigentlich in Gideon sein, einer durch und durch vom Kaiser auf Linie gebrachten Stadt in der südlichen Schwarzmarsch, und dort Geschäfte abschließen, um den Handel in der Provinz für Lord Vanechs Baubehörde und deren Kunden zu verbessern. Stattdessen befand er sich in einem halb versunkenen, verrotteten kleinen Dorf namens Hixinoag, in dem er niemanden kannte. Außer einem Drogenschmuggler namens Chaero Gemullus.
   
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Gemullus war überhaupt nicht beunruhigt, dass die Kaufmannskarawane nach Norden statt nach Süden gezogen war. Er teilte sogar seinen Eimer Trodh mit Scotti, winzig kleine knusprige Fische, die er von den Dorfbewohnern gekauft hatte. Scotti hätte sie gekocht oder zumindest tot vorgezogen, doch Gemullus erklärte ihm fröhlich, dass tote, gekochte Trodh hochgradig giftig seien.
Gemullus was not at all perturbed that the merchant caravan had gone north instead of south. He even let Scotti share his bucket of trodh, tiny little crunchy fish, he had bought from the villagers. Scotti would have preferred them cooked, or at any rate, dead, but Gemullus blithely explained that dead, cooked trodh are deadly poison.
 
   
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"Wenn ich wäre, wo ich eigentlich sein sollte", schmollte Scotti und steckte sich ein der zappelnden kleinen Tierchen in den Mund, "könnte ich einen Braten essen, dazu Käse und ein Glas Wein."
"If I were where I was supposed to be," Scotti pouted, putting one of the wriggling little creatures in his mouth. "I could be having a roast, and some cheese, and a glass of wine."
 
   
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"Ich verkaufe Mondzucker im Norden und kaufe ihn im Süden", zuckte Gemullus mit den Schultern. "Ihr müsst flexibler sein, mein Freund."
"I sell moon sugar in the north, and buy it in the south," he shrugged. "You have to be more flexible, my friend."
 
   
"My only business is in Gideon," Scotti frowned.
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"Meine Geschäfte beschränken sich einzig und allein auf Gideon", sagte Scotti stirnrunzelnd.
   
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"Nun, Ihr habt ein paar Auswahlmöglichkeiten", antwortete der Schmuggler. "Ihr könnt einfach hier bleiben. Die meisten Dörfer in Argonien bleiben nicht lange an ein und demselben Ort, und es bestehen gute Chancen, dass Hixinoag direkt bis an die Tore Gideons treiben wird. Kann aber ein bis zwei Monate dauern. Vielleicht wäre das das Einfachste."
"Well, you have a couple choices," replied the smuggler. "You could just stay here. Most villages in Argonia don't stay put for very long, and there's a good chance Hixinoag will drift right down to the gates of Gideon. Might take you a month or two. Probably the easiest way."
 
   
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"Das würde mein Pläne viel zu sehr verzögern."
"That'd put me far behind schedule."
 
   
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"Oder Ihr könntet Euch wieder der Karawane anschließen", sagte Gemullus. "Vielleicht fahren sie ja diesmal in die richtige Richtung, und vielleicht bleiben sie nicht im Schlamm stecken, und vielleicht werden sie nicht alle von Naga-Wegelagerern ermordet."
"Next option, you could join up with the caravan again," said Gemullus. "They might be going in the right direction this time, and they might not get stuck in the mud, and they might not be all murdered by Naga highwaymen."
 
   
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"Keine besonders verlockende Idee", meinte Scotti missbilligend. "Sonst noch irgendwelche Vorschläge?"
"Not tempting," Scotti frowned. "Any other ideas?"
 
   
"Ride the roots. The underground express," Gemullus grinned. "Follow me."
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"Nehmt die Wurzeln. Den Untergrundexpress", grinste Gemullus. "Folgt mir."
   
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Scotti folgte Gemullus aus dem Dorf und in einen Hain von Bäumen, von denen Moos dichten Schleiern gleich herabhing. Der Schmuggler beobachtete den Boden scharf und stocherte von Zeit zu Zeit im klebrigen Schlamm. Schließlich fand er eine Stelle, an der eine Menge großer, öliger Blasen an die Oberfläche stieg.
Scotti followed Gemullus out of the village and into a copse of trees shrouded by veils of wispy moss. The smuggler kept his eye on the ground, poking at the viscuous mud intermittently. Finally he found a spot which triggered a mass of big oily bubbles to rise to the surface.
 
   
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"Perfekt", sagte er. "Also, das Wichtigste ist, nicht in Panik zu geraten. Der Express bringt Euch direkt nach Süden, das ist die Winterwanderung, und Ihr wisst, dass Ihr in der Nähe von Gideon seid, wenn Ihr viel roten Ton seht. Geratet nur nicht in Panik, und wenn Ihr eine Masse von Blasen seht, ist das ein Luftloch, das Ihr benutzen könnt, um wieder herauszukommen."
"Perfect," he said. "Now, the important thing is not to panic. The express will take you due south, that's the wintertide migration, and you'll know you're near Gideon when you see a lot of red clay. Just don't panic, and when you see a mass of bubbles, that's a breathing hole you can use to get out."
 
   
Scotti looked at Gemullus blankly. The man was talking perfect gibberish. "What?"
+
Scotti sah ihn verständnislos an. Der Mann redete absoluten Unsinn. "Äh, was?"
   
Gemullus took Scotti by the shoulder and positioning him on top of the mass of bubbles. "You stand right here..."
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Gemullus nahm Scotti bei der Schulter und stellte ihn oben auf die Masse von Blasen. "Stellt Euch genau hierher..."
   
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Scotti versank rasch im Schlamm und starrte von Entsetzen gepackt auf den Schmuggler.
Scotti sank quickly into the mud, staring at the smuggler, horror-struck.
 
   
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"Und denkt daran zu warten, bis Ihr den roten Ton seht, und wenn dann die nächsten Blasen kommen, stoßt Euch nach oben..."
"And remember to wait 'til you see the red clay, and then the next time you see bubbles, push up..."
 
   
The more Scotti wriggled to get free, the faster he sunk. The mud enveloped Scotti to his neck, and he continued staring, unable to articulate anything but a noise like "Oog."
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Je mehr Scotti sich wand, um sich zu befreien, desto schneller versank er. Der Schlamm umhüllte Scotti bis zum Hals, und er starrte weiter, unfähig etwas anderes herauszubringen als ein Geräusch, das wie "Uuk" klang.
   
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"Und geratet nicht in Panik bei dem Gedanken, verdaut zu werden. Ihr könnt gefahrlos monatelang im Bauch eines Wurzelwurms leben."
"And don't panic at the idea that you're being digested. You could live in a rootworm's belly for months."
 
   
  +
Scotti nahm einen letzten panischen Atemzug und schloss die Augen, bevor er im Schlamm verschwand.
Scotti took one last panicked gasp of air and closed his eyes before he disappeared into the mud.
 
   
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Der Verwaltungsangestellte fühlte um sich herum eine unerwartete Wärme. Als er die Augen öffnete, fand er sich komplett von durchsichtigem Schleim umgeben. Er bewegte sich rasend schnell voran, nach Süden, wobei er durch den Schlamm glitt, als sei es Luft, und an einem verschlungenen Wurzelnetz entlang huschte. Scotti fühlte gleichermaßen Verwirrung und Euphorie, während er wie wild durch eine fremde, dunkle Umgebung raste und um und über die dicken faserigen Tentakel der Bäume wirbelte. Es war, als befände er sich hoch am Himmel um Mitternacht, nicht tief unter dem Sumpf im Untergrundexpress.
The clerk felt a warmth he hadn't expected all around him. When he opened his eyes, he found that he was entirely surrounded by a translucent goo, and was traveling rapidly forward, southward, gliding through the mud as if it were air, skipping along an intricate network of roots. Scotti felt confusion and euphoria in equal measures, madly rushing forward through an alien environment of darkness, spinning around and over the thick fibrous tentacles of the trees. It was if he were high in the sky at midnight, not deep beneath the swamp in the Underground Express.
 
   
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Als er auf die massive Wurzelstruktur über sich blickte, sah Scotti etwas an sich vorbeischlängeln. Eine knapp drei Meter lange lange, armlose, beinlose, farblose, knochenlose, augenlose, beinahe formlose Kreatur glitt über die Wurzeln. In ihr befand sich etwas Dunkles, und als sie näher kam, konnte Scotti sehen, dass es ein Argonier war. Er winkte, und die ekelhafte Kreatur, die den Argonier enthielt, verflachte sich leicht und raste weiter.
Looking up slightly at the massive root structure above, Scotti saw something wriggle past. A eight-foot-long, armless, legless, colorless, boneless, eyeless, nearly shapeless creature, riding the roots. Something dark was inside of it, and as it came closer, Scotti could see it was an Argonian man. He waved, and the disgusting creature the Argonian was in flattened slightly and rushed onward.
 
   
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Bei diesem Anblick tauchten Gemullus' Worte wieder in Scottis Gedanken auf. "Die Winterwanderung", "Luftloch", "Ihr werdet verdaut" - das waren die Sätze, die in seinem Kopf herumtanzten, als ob sie versuchten, in einem Gehirn eine Wohnstätte zu finden, das sich ihnen heftig widersetzte. Doch anders konnte man die Situation nicht sehen. Scotti war davon, lebendige Fische zu verspeisen, dazu übergegangen, von seinem Transportmittel bei lebendigem Leibe gefressen zu werden. Er war in einem dieser Würmer.
Gemullus's words began to reappear in Scotti's mind at this sight. "The wintertide migration," "air hole," "you're being digested," -- these were the phrases that danced around as if trying to find some place to live in a brain which was highly resistant to them coming in. But there was no other way to look at the situation. Scotti had gone from eating living fish to being eaten alive as a way of transport. He was in one of those worms.
 
   
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Scotti traf die einzig richtige Entscheidung: Er wurde ohnmächtig.
Scotti made an executive decision to faint.
 
   
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In mehreren Etappen wachte er wieder auf, träumend, dass ihn die Arme einer schönen Frau warm umschlängen. Er öffnete lächelnd seine Augen, und schlagartig wurde ihm klar, wo er sich wirklich befand.
He awoke in stages, having a beautiful dream of being held in a woman's warm embrace. Smiling and opening his eyes, the reality of where he really was rushed over him.
 
   
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Die Kreatur raste immer noch wild, scheinbar blindlings voran und glitt über Wurzeln, doch es war nicht mehr wie ein Flug durch den Nachthimmel. Jetzt war es wie der Himmel bei Sonnenaufgang, mit rosa und roten Farbtönen. Scotti erinnerte sich daran, dass Gemullus ihm gesagt hatte, nach rotem Ton Ausschau zu halten, und dass er dann in der Nähe von Gideon wäre. Als nächstes musste er die Blasen finden.
The creature was still rushing madly, blindly forward, gliding over roots, but it was no longer like a flight through the night sky. Now it was like the sky at sunrise, in pinks and reds. Scotti remembered Gemullus telling him to look for the red clay, and he would be near Gideon. The next thing he had to find was the bubbles.
 
   
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Doch nirgendwo waren Blasen zu sehen. Obwohl das Innere des Wurms immer noch warm und gemütlich war, fühlte Scotti nun das Gewicht der Erde um sich herum. "Nur nicht in Panik geraten", hatte Gemullus gemeint, doch das war leichter gesagt als getan. Er fing an, sich zu winden, und die Kreatur begann, sich wegen des erhöhten Drucks in ihrem Inneren schneller zu bewegen.
There were no bubbles anywhere. Though the inside of the worm was still warm and comfortable, Scotti felt the weight of the earth all around him. "Just don't panic" Gemullus had said, but it was one thing to hear that advice, and quite another to take it. He began to squirm, and the creature began to move faster at the increased pressure from within.
 
   
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Plötzlich sah Scotti es vor sich, eine dünne Säule von Blasen, die aus irgendeinem unterirdischen Bach durch den Schlamm aufstieg. geradewegs nach oben, durch die Wurzeln zur Oberfläche über ihm. In dem Augenblick, als der Wurzelwurm durch diese Säule glitt, stieß sich Scotti mit aller Kraft nach oben ab und durchbrach die dünne Haut der Kreatur. Die Blasen trugen Scotti rasch nach oben, und bevor er auch nur blinzeln konnte, schoss er aus dem roten, matschigen Schlamm empor.
Suddenly, Scotti saw it ahead of him, a slim spire of bubbles rising up through the mud from some underground stream, straight up, through the roots to the surface above him. The moment the rootworm went through it, Scotti pushed with all of his might upward, bursting through the creature's thin skin. The bubbles pushed Scotti up quickly, and before he could blink, he was popping out of the red slushy mud.
 
   
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Zwei grauhäutige Argonier standen unter einem nahen Baum und hielten ein Netz. Sie schauten mit höflicher Neugier zu Scotti hinüber. In ihrem Netz bemerkte Scotti mehrere sich windende pelzige, rattenähnliche Wesen. Als er die Argonier ansprach, fiel ein weiteres aus dem Baum. Obwohl Scotti die persönliche Erfahrung fehlte, konnte er dennoch Fischer erkennen, wenn er sie vor sich sah.
Two gray Argonians were standing under a tree nearby, holding a net. They looked in Scotti's direction with polite curiosity. In their net, Scotti noticed, were several squirming furry rat-like creatures. While he addressed them, another fell out of the tree. Though Scotti had not been educated in this practice, he recognized fishing when he saw it.
 
   
"Excuse me, lads," Scotti said jovially. "I was wondering if you'd point me in the direction of Gideon?"
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"Entschuldigung, meine Herren", sagte Scotti fröhlich. "Ich frage mich, ob Ihr mir sagen könnt, in welcher Richtung Gideon liegt?"
   
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Die Argonier stellten sich als Anziehende-Flamme und Sammler-Des-Frischen-Laubes vor und schauten einander an, während sie über die Frage nachdachten.
The Argonians introduced themselves as Drawing-Flame and Furl-Of-Fresh-Leaves, and looked at one another, puzzling over the question.
 
   
"Who you seek?" asked Furl-of-Fresh-Leaves.
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"Wen Ihr suchen?" fragte Sammler-Des-Frischen-Laubes.
   
"I believe his name is," said Scotti, trying to remember the contents of his long gone file of Black Marsh contacts in Gideon. "Archein Right-Foot ...Rock?"
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"Ich glaube, sein Name lautet", sagte Scotti, der versuchte, sich an den Inhalt seiner längst verschwundenen Akte von Schwarzmarsch-Kontakten in Gideon zu erinnern, "Archein Recht-Fuß ... -Fels?"
   
Drawing-Flame nodded, "For five gold, show you way. Just east. Is plantation east of Gideon. Very nice."
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Anziehende-Flamme nickte: "Für fünf Gold zeigen Weg. Direkt Osten. Ist Plantage östlich von Gideon. Sehr hübsch."
   
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Scotti hielt dies für das beste Geschäft der letzten beiden Tage und gab Anziehende-Flamme die fünf Septimen.
Scotti thought that the best business he had heard of in two days, and handed Drawing-Flames the five septims.
 
   
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Die Argonier führten Scotti auf eine schlammige-kurvige Straße, die durch das Schilf führte und bald einen Blick auf die hellblaue Fläche der Topal-Bucht weit im Westen freigab. Scotti betrachtete die prächtigen, von Mauern umgebenen Gutshäuser, bei denen feuerrote, leuchtende Blüten direkt aus dem Lehm der Mauern sprossen, und überraschte sich selbst mit dem Gedanken: "Das sieht sehr schön aus."
The Argonians led Scotti onto a muddy ribbon of road that passed through the reeds, and soon revealed the bright blue expanse of Topal Bay far to the west. Scotti looked around at the magnificent walled estates, where bright crimson blossoms sprang forth from the very dirt of the walls, and surprised himself by thinking, "This is very pretty."
 
   
The road ran parallel to a fast-moving stream, running eastward from Topal Bay. It was called the Onkobra River, he was told. It ran deep into Black Marsh, to the very dark heart of the province.
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Die Straße verlief parallel zu einem reißenden Gewässer, das von der Topal-Bucht nach Osten führte. Dies sei der Fluss Onkobra, wurde ihm gesagt. Er floss bis weit in die Schwarzmarsch hinein, direkt ins dunkle Herz der Provinz.
   
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Als er durch die Tore der Plantagen östlich von Gideon spähte, sah Scotti, dass nur wenige Felder bestellt waren. Auf den meisten hingen noch verfaulte Früchte vergangener Ernten an verwelkten Reben, standen Obstgärten voll trostloser, blattloser Bäume. Die argonischen Knechte, die auf den Feldern arbeiteten, waren ausgemergelt, schwach, dem Tode nah, mehr Geister ihrer selbst als Wesen voller Lebenskraft und Verstand.
Peeking past the gates to the plantations east of Gideon, Scotti saw that few of the fields were tended. Most had rotten crops from harvests past still clinging to wilted vines, orchards of desolate, leafless trees. The Argonian serfs who worked the fields were thin, weak, near death, more like haunting spirits than creatures of life and reason.
 
   
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Auch zwei Stunden später, während die drei ihren Fußmarsch nach Osten fortsetzten, machten die Güter immer noch einen eindrucksvoll Eindruck, zumindest aus einer gewissen Entfernung. Die Straße war noch immer befestigt, wenn auch von Unkraut überwuchert. Doch Scotti war gereizt, entsetzt über die Feldarbeiter und den Zustand der Felder und verlor langsam seinen wohlwollenden Blick für die Gegend. "Wie weit denn noch?"
Two hours later, as the three continued their trudge east, the estates were still impressive at least from a distance, the road was still solid if weedy, but Scotti was irritated, horrified by the field workers and the agricultural state, and no longer charitable towards the area. "How much further?"
 
   
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Sammler-Des-Frischen-Laubes und Anziehende-Flamme schauten sich an, als ob diese Frage sich ihnen nie gestellt hätte.
Furl-of-Fresh-Leaves and Drawing-Flame looked at one another, as if that question was something that hadn't occurred to them.
 
   
"Archein is east?" Furl-of-Fresh-Leaves pondered. "Near or far?"
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"Archein ist Osten?" überlegte Sammler-Des-Frischen-Laubes. "Nah oder weit?"
   
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Anziehende-Flamme zuckte unverbindlich die Schultern und sagte zu Scotti: "Für fünf Gold zeigen Weg. Direkt Osten. Ist Plantage. Sehr hübsch."
Drawing-Flame shrugged noncommittally, and said to Scotti, "For five gold, show you way. Just east. Is plantation. Very nice."
 
   
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"Ihr habt nicht die geringste Ahnung, stimmt's?" rief Scotti. "Warum habt Ihr das nicht gleich gesagt, dann hätte ich jemand anderen fragen können?"
"You don't have any idea, do you?" Scotti cried. "Why couldn't you tell me that in the first place when I might have asked someone else?"
 
   
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Von der Straßenbiegung vor ihnen erklangen Hufschläge. Ein Pferd näherte sich.
Around the bend up ahead, there was the sound of hoofbeats. A horse coming closer.
 
   
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Scotti begann, auf die Quelle des Geräusches zuzugehen, um den Reiter zu begrüßen, und sah nicht, wie Anziehende-Flammes Krallen heraussprangen und er einen Zauberspruch auf ihn losließ. Doch er fühlte es. Ein eisiger Kuss entlang seiner Wirbelsäule - die Muskeln seiner Arme und Beine waren plötzlich unbeweglich, wie in dicke Stahlplatten gewickelt. Er war gelähmt.
Scotti began to walk towards the sound to hail the rider, and didn't see Drawing-Flame's taloned claws flash out and cast the spell at him. He felt it though. A kiss of ice along his spine, the muscles along his arms and legs suddenly immobile as if wrapped in rigid steel. He was paralyzed.
 
   
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Der große Fluch der Lähmung, wie der Leser möglicherweise zu seinem Leidwesen weiß, ist es, dass man weiterhin sehen und denken kann, auch wenn der Körper nicht mehr reagiert. Der Gedanke, der durch Scottis Kopf raste, war: "Verdammt!"
The great curse of paralysis, as the reader may be unfortunate enough to know, is that you continue to see and think even though your body does not respond. The thought that went through Scotti's mind was, "Damn."
 
   
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Denn Anziehende-Flamme und Sammler-Des-Frischen-Laubes waren natürlich wie die meisten einfachen Tagelöhner in Schwarzmarsch perfekte Illusionisten. Und keine Freunde des Kaiservolkes.
For Drawing-Flame and Furl-of-Fresh-Leaves were, of course, like most simple day laborers in Black Marsh, accomplished Illusionists. And no friend of the Imperial.
 
   
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Die Argonier stießen Decumus Scotti an den Straßenrand, just als das Pferd und sein Reiter um die Straßenbiegung kamen. Der Reiter war eine beeindruckende Gestalt, ein Edelmann in einem strahlend dunkelgrünen Umhang von genau derselben Farbe wie seine Schuppenhaut und mit einer gerüschten Kapuze, die Teil seines Körpers war und wie eine gehörnte Krone auf seinem Haupt saß.
The Argonians shoved Decumus Scotti to the side of the road, just as the horse and rider came around the corner. He was an impressive figure, a nobleman in a flashing dark green cloak the exact same color as his scaled skin, and a frilled hood that was part of his flesh and sat upon his head like a horned crown.
 
   
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"Seid gegrüßt, Brüder!" sagte der Reiter zu den beiden.
"Greetings, brothers!" the rider said to the two.
 
   
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"Seid gegrüßt, Archein Recht-Fuß-Fels", antworteten sie. Sammler-Des-Frischen-Laubes fügte hinzu: "Und was macht Ihr an diesem schönen Tag, mein Herr?"
"Greetings, Archein Right-Foot-Rock," they responded, and then Furl-of-Fresh-Leaves added. "What is milord's business on this fine day?"
 
   
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"Ich komme einfach nicht zur Ruhe", seufzte der Archein majestätisch. "Eine meine Arbeiterinnen hat Zwillinge geboren. Zwillinge! Glücklicherweise gibt es in der Stadt einen guten Händler, der sie kaufen will - und die Mutter hat nicht allzu viel Ärger gemacht. Und dann ist da noch so eine Kaiservolk-Flitzpiepe aus Lord Vanechs Baubehörde, den ich in Gideon treffen soll. Bestimmt will der erst noch die volle Besichtigungstour, bevor er die Schatzkammer für mich öffnet. So viel zu tun."
"No rest, no rest," the Archein sighed regally. "One of my she-workers gave birth to twins. Twins! Fortunately, there's a good trader in town for those, and she didn't put up too much of a fuss. And then there's a fool of an Imperial from Lord Vanech's Building Commission I am supposed to meet with in Gideon. I'm sure he'll want the grand tour before he opens up the treasury for me. Such a lot of fuss."
 
   
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Anziehende-Flamme und Sammler-Des-Frischen-Laubes drückten ihr Mitgefühl aus, und während Archein Recht-Fuß-Fels davon ritt, begannen sie, nach ihrem Gefangenen zu suchen.
Drawing-Flame and Furl-of-Fresh-Leaves sympathesized, and then, as Archein Right-Foot-Rock rode off, they went to look for their hostage.
 
   
Unfortunately for them, gravity being the same in Black Marsh as elsewhere in Tamriel, their hostage, Decumus Scotti, had continued to roll down from where they left him, and was, at that moment, in the Onkobra River, drowning.
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Doch zu ihrem Unglück - und da die Schwerkraft in der Schwarzmarsch genauso wirkt wie auch sonst überall in Tamriel - war ihre Geisel Decumus Scotti von der Stelle, an der sie ihn zurückgelassen hatten, hinabgerollt und ertrank in diesem Augenblick im Fluss Onkobra.
 
}}
 
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{{SORTIERUNG:Argonische Bericht, Band 3}}
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[[en:Argonian Account, Book 3]]

Aktuelle Version vom 24. Juli 2017, 17:25 Uhr

Der argonische Bericht, Band III
Book9.png
Der argonische Bericht
Buch drei

von

Waughin Jarth

Art Buch
Fertigkeitenbaum [[]]
Position
Schaden
Rüstung
Gewicht 1
Grundwert 3
Stufe
Name der Garnitur
vorheriger Band Der argonische Bericht, Band II
nächster Band Der argonische Bericht, Band IV
Zutaten
Material zum Verbessern
ID 0001affc

Beschreibung : Buch drei einer andauernden Abenteuerreise von Decumus Scotti unter den Argonier

Fundorte



Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Decumus Scotti sollte eigentlich in Gideon sein, einer durch und durch vom Kaiser auf Linie gebrachten Stadt in der südlichen Schwarzmarsch, und dort Geschäfte abschließen, um den Handel in der Provinz für Lord Vanechs Baubehörde und deren Kunden zu verbessern. Stattdessen befand er sich in einem halb versunkenen, verrotteten kleinen Dorf namens Hixinoag, in dem er niemanden kannte. Außer einem Drogenschmuggler namens Chaero Gemullus.

Gemullus war überhaupt nicht beunruhigt, dass die Kaufmannskarawane nach Norden statt nach Süden gezogen war. Er teilte sogar seinen Eimer Trodh mit Scotti, winzig kleine knusprige Fische, die er von den Dorfbewohnern gekauft hatte. Scotti hätte sie gekocht oder zumindest tot vorgezogen, doch Gemullus erklärte ihm fröhlich, dass tote, gekochte Trodh hochgradig giftig seien.

"Wenn ich wäre, wo ich eigentlich sein sollte", schmollte Scotti und steckte sich ein der zappelnden kleinen Tierchen in den Mund, "könnte ich einen Braten essen, dazu Käse und ein Glas Wein."

"Ich verkaufe Mondzucker im Norden und kaufe ihn im Süden", zuckte Gemullus mit den Schultern. "Ihr müsst flexibler sein, mein Freund."

"Meine Geschäfte beschränken sich einzig und allein auf Gideon", sagte Scotti stirnrunzelnd.

"Nun, Ihr habt ein paar Auswahlmöglichkeiten", antwortete der Schmuggler. "Ihr könnt einfach hier bleiben. Die meisten Dörfer in Argonien bleiben nicht lange an ein und demselben Ort, und es bestehen gute Chancen, dass Hixinoag direkt bis an die Tore Gideons treiben wird. Kann aber ein bis zwei Monate dauern. Vielleicht wäre das das Einfachste."

"Das würde mein Pläne viel zu sehr verzögern."

"Oder Ihr könntet Euch wieder der Karawane anschließen", sagte Gemullus. "Vielleicht fahren sie ja diesmal in die richtige Richtung, und vielleicht bleiben sie nicht im Schlamm stecken, und vielleicht werden sie nicht alle von Naga-Wegelagerern ermordet."

"Keine besonders verlockende Idee", meinte Scotti missbilligend. "Sonst noch irgendwelche Vorschläge?"

"Nehmt die Wurzeln. Den Untergrundexpress", grinste Gemullus. "Folgt mir."

Scotti folgte Gemullus aus dem Dorf und in einen Hain von Bäumen, von denen Moos dichten Schleiern gleich herabhing. Der Schmuggler beobachtete den Boden scharf und stocherte von Zeit zu Zeit im klebrigen Schlamm. Schließlich fand er eine Stelle, an der eine Menge großer, öliger Blasen an die Oberfläche stieg.

"Perfekt", sagte er. "Also, das Wichtigste ist, nicht in Panik zu geraten. Der Express bringt Euch direkt nach Süden, das ist die Winterwanderung, und Ihr wisst, dass Ihr in der Nähe von Gideon seid, wenn Ihr viel roten Ton seht. Geratet nur nicht in Panik, und wenn Ihr eine Masse von Blasen seht, ist das ein Luftloch, das Ihr benutzen könnt, um wieder herauszukommen."

Scotti sah ihn verständnislos an. Der Mann redete absoluten Unsinn. "Äh, was?"

Gemullus nahm Scotti bei der Schulter und stellte ihn oben auf die Masse von Blasen. "Stellt Euch genau hierher..."

Scotti versank rasch im Schlamm und starrte von Entsetzen gepackt auf den Schmuggler.

"Und denkt daran zu warten, bis Ihr den roten Ton seht, und wenn dann die nächsten Blasen kommen, stoßt Euch nach oben..."

Je mehr Scotti sich wand, um sich zu befreien, desto schneller versank er. Der Schlamm umhüllte Scotti bis zum Hals, und er starrte weiter, unfähig etwas anderes herauszubringen als ein Geräusch, das wie "Uuk" klang.

"Und geratet nicht in Panik bei dem Gedanken, verdaut zu werden. Ihr könnt gefahrlos monatelang im Bauch eines Wurzelwurms leben."

Scotti nahm einen letzten panischen Atemzug und schloss die Augen, bevor er im Schlamm verschwand.

Der Verwaltungsangestellte fühlte um sich herum eine unerwartete Wärme. Als er die Augen öffnete, fand er sich komplett von durchsichtigem Schleim umgeben. Er bewegte sich rasend schnell voran, nach Süden, wobei er durch den Schlamm glitt, als sei es Luft, und an einem verschlungenen Wurzelnetz entlang huschte. Scotti fühlte gleichermaßen Verwirrung und Euphorie, während er wie wild durch eine fremde, dunkle Umgebung raste und um und über die dicken faserigen Tentakel der Bäume wirbelte. Es war, als befände er sich hoch am Himmel um Mitternacht, nicht tief unter dem Sumpf im Untergrundexpress.

Als er auf die massive Wurzelstruktur über sich blickte, sah Scotti etwas an sich vorbeischlängeln. Eine knapp drei Meter lange lange, armlose, beinlose, farblose, knochenlose, augenlose, beinahe formlose Kreatur glitt über die Wurzeln. In ihr befand sich etwas Dunkles, und als sie näher kam, konnte Scotti sehen, dass es ein Argonier war. Er winkte, und die ekelhafte Kreatur, die den Argonier enthielt, verflachte sich leicht und raste weiter.

Bei diesem Anblick tauchten Gemullus' Worte wieder in Scottis Gedanken auf. "Die Winterwanderung", "Luftloch", "Ihr werdet verdaut" - das waren die Sätze, die in seinem Kopf herumtanzten, als ob sie versuchten, in einem Gehirn eine Wohnstätte zu finden, das sich ihnen heftig widersetzte. Doch anders konnte man die Situation nicht sehen. Scotti war davon, lebendige Fische zu verspeisen, dazu übergegangen, von seinem Transportmittel bei lebendigem Leibe gefressen zu werden. Er war in einem dieser Würmer.

Scotti traf die einzig richtige Entscheidung: Er wurde ohnmächtig.

In mehreren Etappen wachte er wieder auf, träumend, dass ihn die Arme einer schönen Frau warm umschlängen. Er öffnete lächelnd seine Augen, und schlagartig wurde ihm klar, wo er sich wirklich befand.

Die Kreatur raste immer noch wild, scheinbar blindlings voran und glitt über Wurzeln, doch es war nicht mehr wie ein Flug durch den Nachthimmel. Jetzt war es wie der Himmel bei Sonnenaufgang, mit rosa und roten Farbtönen. Scotti erinnerte sich daran, dass Gemullus ihm gesagt hatte, nach rotem Ton Ausschau zu halten, und dass er dann in der Nähe von Gideon wäre. Als nächstes musste er die Blasen finden.

Doch nirgendwo waren Blasen zu sehen. Obwohl das Innere des Wurms immer noch warm und gemütlich war, fühlte Scotti nun das Gewicht der Erde um sich herum. "Nur nicht in Panik geraten", hatte Gemullus gemeint, doch das war leichter gesagt als getan. Er fing an, sich zu winden, und die Kreatur begann, sich wegen des erhöhten Drucks in ihrem Inneren schneller zu bewegen.

Plötzlich sah Scotti es vor sich, eine dünne Säule von Blasen, die aus irgendeinem unterirdischen Bach durch den Schlamm aufstieg. geradewegs nach oben, durch die Wurzeln zur Oberfläche über ihm. In dem Augenblick, als der Wurzelwurm durch diese Säule glitt, stieß sich Scotti mit aller Kraft nach oben ab und durchbrach die dünne Haut der Kreatur. Die Blasen trugen Scotti rasch nach oben, und bevor er auch nur blinzeln konnte, schoss er aus dem roten, matschigen Schlamm empor.

Zwei grauhäutige Argonier standen unter einem nahen Baum und hielten ein Netz. Sie schauten mit höflicher Neugier zu Scotti hinüber. In ihrem Netz bemerkte Scotti mehrere sich windende pelzige, rattenähnliche Wesen. Als er die Argonier ansprach, fiel ein weiteres aus dem Baum. Obwohl Scotti die persönliche Erfahrung fehlte, konnte er dennoch Fischer erkennen, wenn er sie vor sich sah.

"Entschuldigung, meine Herren", sagte Scotti fröhlich. "Ich frage mich, ob Ihr mir sagen könnt, in welcher Richtung Gideon liegt?"

Die Argonier stellten sich als Anziehende-Flamme und Sammler-Des-Frischen-Laubes vor und schauten einander an, während sie über die Frage nachdachten.

"Wen Ihr suchen?" fragte Sammler-Des-Frischen-Laubes.

"Ich glaube, sein Name lautet", sagte Scotti, der versuchte, sich an den Inhalt seiner längst verschwundenen Akte von Schwarzmarsch-Kontakten in Gideon zu erinnern, "Archein Recht-Fuß ... -Fels?"

Anziehende-Flamme nickte: "Für fünf Gold zeigen Weg. Direkt Osten. Ist Plantage östlich von Gideon. Sehr hübsch."

Scotti hielt dies für das beste Geschäft der letzten beiden Tage und gab Anziehende-Flamme die fünf Septimen.

Die Argonier führten Scotti auf eine schlammige-kurvige Straße, die durch das Schilf führte und bald einen Blick auf die hellblaue Fläche der Topal-Bucht weit im Westen freigab. Scotti betrachtete die prächtigen, von Mauern umgebenen Gutshäuser, bei denen feuerrote, leuchtende Blüten direkt aus dem Lehm der Mauern sprossen, und überraschte sich selbst mit dem Gedanken: "Das sieht sehr schön aus."

Die Straße verlief parallel zu einem reißenden Gewässer, das von der Topal-Bucht nach Osten führte. Dies sei der Fluss Onkobra, wurde ihm gesagt. Er floss bis weit in die Schwarzmarsch hinein, direkt ins dunkle Herz der Provinz.

Als er durch die Tore der Plantagen östlich von Gideon spähte, sah Scotti, dass nur wenige Felder bestellt waren. Auf den meisten hingen noch verfaulte Früchte vergangener Ernten an verwelkten Reben, standen Obstgärten voll trostloser, blattloser Bäume. Die argonischen Knechte, die auf den Feldern arbeiteten, waren ausgemergelt, schwach, dem Tode nah, mehr Geister ihrer selbst als Wesen voller Lebenskraft und Verstand.

Auch zwei Stunden später, während die drei ihren Fußmarsch nach Osten fortsetzten, machten die Güter immer noch einen eindrucksvoll Eindruck, zumindest aus einer gewissen Entfernung. Die Straße war noch immer befestigt, wenn auch von Unkraut überwuchert. Doch Scotti war gereizt, entsetzt über die Feldarbeiter und den Zustand der Felder und verlor langsam seinen wohlwollenden Blick für die Gegend. "Wie weit denn noch?"

Sammler-Des-Frischen-Laubes und Anziehende-Flamme schauten sich an, als ob diese Frage sich ihnen nie gestellt hätte.

"Archein ist Osten?" überlegte Sammler-Des-Frischen-Laubes. "Nah oder weit?"

Anziehende-Flamme zuckte unverbindlich die Schultern und sagte zu Scotti: "Für fünf Gold zeigen Weg. Direkt Osten. Ist Plantage. Sehr hübsch."

"Ihr habt nicht die geringste Ahnung, stimmt's?" rief Scotti. "Warum habt Ihr das nicht gleich gesagt, dann hätte ich jemand anderen fragen können?"

Von der Straßenbiegung vor ihnen erklangen Hufschläge. Ein Pferd näherte sich.

Scotti begann, auf die Quelle des Geräusches zuzugehen, um den Reiter zu begrüßen, und sah nicht, wie Anziehende-Flammes Krallen heraussprangen und er einen Zauberspruch auf ihn losließ. Doch er fühlte es. Ein eisiger Kuss entlang seiner Wirbelsäule - die Muskeln seiner Arme und Beine waren plötzlich unbeweglich, wie in dicke Stahlplatten gewickelt. Er war gelähmt.

Der große Fluch der Lähmung, wie der Leser möglicherweise zu seinem Leidwesen weiß, ist es, dass man weiterhin sehen und denken kann, auch wenn der Körper nicht mehr reagiert. Der Gedanke, der durch Scottis Kopf raste, war: "Verdammt!"

Denn Anziehende-Flamme und Sammler-Des-Frischen-Laubes waren natürlich wie die meisten einfachen Tagelöhner in Schwarzmarsch perfekte Illusionisten. Und keine Freunde des Kaiservolkes.

Die Argonier stießen Decumus Scotti an den Straßenrand, just als das Pferd und sein Reiter um die Straßenbiegung kamen. Der Reiter war eine beeindruckende Gestalt, ein Edelmann in einem strahlend dunkelgrünen Umhang von genau derselben Farbe wie seine Schuppenhaut und mit einer gerüschten Kapuze, die Teil seines Körpers war und wie eine gehörnte Krone auf seinem Haupt saß.

"Seid gegrüßt, Brüder!" sagte der Reiter zu den beiden.

"Seid gegrüßt, Archein Recht-Fuß-Fels", antworteten sie. Sammler-Des-Frischen-Laubes fügte hinzu: "Und was macht Ihr an diesem schönen Tag, mein Herr?"

"Ich komme einfach nicht zur Ruhe", seufzte der Archein majestätisch. "Eine meine Arbeiterinnen hat Zwillinge geboren. Zwillinge! Glücklicherweise gibt es in der Stadt einen guten Händler, der sie kaufen will - und die Mutter hat nicht allzu viel Ärger gemacht. Und dann ist da noch so eine Kaiservolk-Flitzpiepe aus Lord Vanechs Baubehörde, den ich in Gideon treffen soll. Bestimmt will der erst noch die volle Besichtigungstour, bevor er die Schatzkammer für mich öffnet. So viel zu tun."

Anziehende-Flamme und Sammler-Des-Frischen-Laubes drückten ihr Mitgefühl aus, und während Archein Recht-Fuß-Fels davon ritt, begannen sie, nach ihrem Gefangenen zu suchen.

Doch zu ihrem Unglück - und da die Schwerkraft in der Schwarzmarsch genauso wirkt wie auch sonst überall in Tamriel - war ihre Geisel Decumus Scotti von der Stelle, an der sie ihn zurückgelassen hatten, hinabgerollt und ertrank in diesem Augenblick im Fluss Onkobra.

— Waughin Jarth